Geschichte

Hier finden Sie die Geschichte des Musikverein Mühldorfs.

Gründung

Gründung des Musikvereins Mühldorf durch Karl Minateli (1908) Bereits 1908 wurde von Steinmetzmeister Karl Minateli (1886 – 1950) ein Musik- und Gesangsverein ins Leben gerufen und von der K&K Statthalterei für Niederösterreich mit Bescheid vom 21.3.1909 als Verein anerkannt. Im Frühjahr 1908 wurden zahlreiche Violinen angekauft um Knaben aus der Gemeinde Musikunterricht zu geben. Bereits im Sommer desselben Jahres stellte Minateli eine Anfrage, wie eine Blaskapelle mit ca. 25 Mann Besetzung aufgebaut sein soll. Es wurden verschiedene Kostenvoranschläge eingeholt und in den folgenden Jahren Blasinstrumente inkl. Trommel angeschafft. Auch wurden weitere Instrumente für den Musikunterricht angekauft. Dies war natürlich eine erhebliche finanzielle Belastung für den Musikverein Mühldorf. Um den Fortbestand des Vereins zu sichern wandte man sich an die Bevölkerung mit der Bitte um Unterstützung:

„Euer Wohlgeboren! Wegen unserer gänzlich herabgekommenen Kirchenmusik gründeten wir vor einigen Jahren in Mühldorf einen Musikverein verbunden mit einer Musikschule deren Musikschüler größtenteils aus armen Knaben besteht die wir unentgeltlich Musiklehre und Musikinstrumente verschaffen mussten, dadurch stieg der Schuldenstand bis heute auf 550 Kronen und noch fehlen uns mehrere unentbehrliche Instrumente. Die bis heute schon ziemlich geübten Musikschüler sind jetzt bedroht die Musiklehre einstellen zu müssen wenn nicht zur rechten Zeit noch Hilfe kommt da ich nicht im Stande bin den Verein und Musikschule vom bevorstehenden Zusammenbruch zu retten.Bitte daher um eine Gabe als Mitgliedsbeitrag und wenn es noch so klein sprechen wir im Vorhinein den innigsten und wärmsten Dank aus.Für den Musikverein“

Am 19. Jänner 1913 fand die erste Vereinsveranstaltung in Form eines Tanz-Kränzchens in „Auers Saal-Lokalitäten“ statt. „Die Besucher werden um Erscheinen in gewöhnlicher Straßenkleidung ersucht. Für gute Speisen und Getränke wird besten gesorgt sein. Anfang 7 Uhr abends. Eintritt per Person 60 Heller. Familien-Karte 1 Krone 50 Heller. Der Reinerlös fließt dem Musikverein zu.“

Der Sohn des Gründers, Karl Minateli jun., ebenfalls Steinmetzmeister war langjähriger Kapellmeister, Ehrenkapellmeister und Ehrenbürger von Mühldorf und verstarb 1991 im 95. Lebensjahr. Sein Bruder Ernst war ebenfalls als Kapellmeister und Musiker im Verein engagiert. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1989 beschreibt das musikalische Leben von Karl Minateli jun. wie folgt:„Ein Menschenleben lang Kapellmeister. Er war im wahrsten Sinn des Wortes ein Leben lang mit den Steinen und der Musik verheiratet. Karl Minateli kann auf eine jahrzehntelange Zeit als Kapellmeister zurückblicken. Obwohl er kaum einen Lehrmeister hatte, beherrscht Karl Minateli 7 Musikinstrumente. Er eignete sich das Können im Kreis seiner musikalischen Familie an. … Musik begleitete ihn auch im 1. Weltkrieg. Minateli spielte in der Kaiser Karl Regimentsmusik. … Am liebsten spielte Karl Minateli Violine. Bei den Kirchenchören in Niederranna und Weißenkirchen waren er und seine Freunde beliebte Gäste. …“

Wiedererrichtung des Musikvereins Mühldorf durch Karl Bauer

Karl Bauer wurde am 20.10.1907 in Mühldorf geboren und verstarb am 22.11.1972 in Wien. Er lernte Klarinette und bereits im Alter von 13 Jahren wirkte er bei Bällen als Es-Klarinettist mit. Als Maler arbeitete er in Mariazell und nahm es auf sich mit dem Fahrrad nach Mühldorf zu fahren um den Musikverein zu unterstützen. Später erlernte Karl Bauer auch Flügelhorn. Als Karl Bauer 1946 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, galt eines seiner ersten Anliegen dem Musikverein Mühldorf. Die erste Zusammenkunft der noch verbliebenen Musiker fand in der Küche seines Hauses in Mühldorf Nr. 68 (heute Bergwerkstraße 4) statt. Er war es auch, der bei der Bezirkshauptmannschaft Krems die Wiedererrichtung des Musikvereins Mühldorf beantragte, unterstützt wurde er dabei von Bürgern aus Mühldorf, Elsarn und Vießling.Karl Bauer fungierte als musikalischer Leiter und Flügelhornist. Bei seinem Freund, Tischlermeister Josef Münichreiter, der selbst Klarinette spielte, fanden die Proben in der Tischlerwerkstätte statt. Ein besonderer Höhepunkt zu dieser Zeit war eine Silvesterveranstaltung mit anschließendem Silvesterball im Gasthaus Pöchlinger. Die Einnahmen des Balls kamen dem Musikverein Mühldorf zugute.1951 übersiedelte Karl Bauer nach Wien, wo er ebenfalls als Blasmusiker tätig war. Fast jedes Wochenende kam er nach Mühldorf um den Musikverein zu unterstützen, später auch mit seinem Sohn Hans.

Im Jahre 1951 übernahm Josef Auer die Führung des Vereins bis ein tödlicher Motorradunfall seine musikalische Karriere 1968 jäh beendete.

In der Folge wurde Karl Wimmer sen. als Kapellmeister bestellt und leitete die Geschicke des Musikvereins 22 Jahre. Bereits im Alter von 10 Jahren begann Karl Wimmer mit dem Erlernen der „Steirischen Harmonika“. Zum Musikverein Mühldorf kam er durch Zufall, als dieser eine Hochzeit musikalisch begleiten sollte und kein Trommler anwesend war. Kpm. Josef Auer wusste, dass Karl Wimmer musikalisch war und bat ihn die Trommel zu schlagen. Die Musiker waren begeistert von seinem Talent, sodass er schließlich Es-Trompete beim Musikverein Mühldorf spielte. Nach nur 3-monatiger Lehrzeit spielte er dann B-Trompete. Später erlernte er auch Klarinette und wirkte nach nur einem halben Jahr bei Bällen mit. Nach dem Umzug von Karl Bauer erlernte Karl Wimmer im Selbststudium Flügelhorn und nach dem Tod von Josef Auer übernahm er die Funktion des Kapellmeisters. Karl Wimmer ist auch als Komponist zahlreicher Blasmusikstücke bekannt. (Trauermärsche, Grablieder, Märsche, Ouvertüre, Walzer, Mazurka, „Boarischer“) Karl Wimmer sen. wurde 1998 zum Ehrenkapellmeister des Musikvereins Mühldorf und zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Mühldorf ernannt.

1991 wurde er durch seinen Sohn Karl Wimmer jun. abgelöst. Karl Wimmer jun. kam natürlich durch seinen Vater zum Musikverein. Im Alter von 11 Jahren wirkte er nach nur 2,5 Monaten Lehrzeit als Es-Trompeter beim MVM mit. In den Jahren 1986 und 1987 war er B-Trompeter bei der österreichischen Militärmusik. Von 1989 bis 1991 absolvierte er den Kapellmeisterkurs. Er war der erste Dirigent des Musikvereins. Unter seiner Leitung wurden 3 Heimatabende (1989, 1990, 1991) veranstaltet und 1991 fand schließlich das erste Frühjahrskonzert, damals noch im Gasthaus Siebenhandl, statt.

Unter OSR Bruno Alker wurde der Verein 1989 nach den Statuen des Niederösterreichischen Blasmusikverbandes (NÖBV) neu organisiert. Krankheitsbedingt musste er die Obmannschaft bereits 1990 wieder zurücklegen und es konnte Karl Fletzberger als neuer Obmann gewonnen werden. Unter seiner Führung konnte, mit Unterstützung der Gemeinde unter Bürgermeister Johann Rupf, ein großzügig gestaltetes Musikkulturheim errichtet werden.

Von 1999 bis 2005 leitete Johann Bauer die Geschicke des Vereins. Johann Bauer wurde am 26.08.1936 in Amstall geboren. Seine ersten Berührungspunkte mit der Blasmusik waren, als sein Vater Karl Bauer 1946 aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich nach Hause kam und die ersten Proben in seiner Küche stattfanden. Auf Wunsch seines Vaters begann Johann Bauer 1947 Geige zu spielen. Im Jahre 1955 begann er im Selbststudium, mit Unterstützung seines Vaters, Flügelhorn zu lernen. Sein erster Auftritt mit dem Musikverein Mühldorf war 1958 bei der Hochzeit des Musikkollegen Franz Siebenhandl. Beim Musikverein Rudolfsheim, war Johann Bauer Schriftführer, später dann Kassier und schließlich bis 2002 Obmann-Stellvertreter. Johann Bauer war auch 6 Jahre als Finanzreferent des Wiener Blasmusikverbandes tätig und erhielt im April 1998 das Verdienstkreuz in Silber des Wiener Blasmusikverbandes. 2003 wurde er zum Ehrenmitglied des Wiener Blasmusikverbandes, 2004 zum Ehrenmitglied des Musikvereins Rudolfsheim-Fünfhaus und 2006 zum Ehrenobmann des Musikvereins Mühldorf ernannt.

Musikverein Mühldorf heute

Seit 2002 ist Gerald Vieghofer Kapellmeister des Musikvereins Mühldorf. Bereits im Alter von 5 Jahren begleitete er seinen Vater, der im Musikverein Mühldorf als Trommler tätig war, regelmäßig zu den Proben. Im Alter von 11 Jahren nahm er bei Karl Wimmer sen. Unterricht am Tenorhorn. Nach weniger als einem Jahr unterstützte er bereits den Musikverein Mühldorf. Musikalische Weiterbildung erfuhr er in der Musikschule und bei diversen Seminaren des NÖBV. Gerald Vieghofer absolvierte von 1995 bis 1997 den Kapellmeisterkurs.

Von 2005 bis Februar 2011 stand Barbara Auer als Obfrau dem Musikverein Mühldorf vor. Im Alter von 13 Jahren begann sie mit dem Erlernen der Klarinette und ist seit 1996 Mitglied des Musikvereins Mühldorf. In den Jahren 2007 und 2008 absolvierte sie ein Seminar des Österreichischen Blasmusikverbandes (ÖBV) für Führungskräfte in Blasmusikvereinen.

Im Februar 2011 übernahm Günter Dusatko die Funktion des Obmannes.

Ehrenobmann. J. Bauer 80 Jahre, Ehrenkapellmeister Karl Wimmer sen. 88 Jahre, Ehrenmitglied Erich Kerzendorfer 83 Jahre, Ehrenmitglieder Herbert Kausl 83 Jahre

Über 250 Jahre Musikverein Geschichte auf einem Bild: Ehrenobmann Johann Bauer 80 Jahre, Ehrenkapellmeister Karl Wimmer sen. 88 Jahre, Ehrenmitglied Erich Kerzendorfer 83 Jahre und Ehrenmitglieder Herbert Kausl 83 Jahre